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Gibt es ein Risiko für psychische Spätfolgen? Die APA-Studie von 2008

Eine Analyse der häufig zitierten Metastudie der American Psychological Association (APA) aus dem Jahr 2008.

In der Diskussion um mögliche psychische Folgen einer Abtreibung wird häufig eine Metastudie der American Psychological Association (APA) aus dem Jahr 2008 zitiert, wonach dafür nur ein geringes Risiko bestehen würde.

 

Diese Studie weist aber mehrere entscheidende Schwachpunkte auf und wurde daher auch vielfach kritisiert. Ihre häufig zitierten Resultate müssen daher differenziert interpretiert werden.

 

Die Kritik an der APA-Studie bezieht sich zum einen auf die Auswahl der Studienautoren: Es wurden nur Abtreibungsbefürworter zugelassen. Auch das Studiendesign lässt Raum dafür, das Resultat in die gewünschte Richtung zu manipulieren: es ist eine Metastudie, also eine Studie, die die Resultate einer größeren Anzahl von Studien (in diesem Fall 50) analysiert. Es liegt an den Studienautoren, welche Studien überhaupt berücksichtigt bzw. wie die jeweiligen Resultate gewichtet werden. Studien, in denen sich Nachweise für psychische Folgen nach einer Abtreibung fanden, wurden dementsprechend unterbewertet oder erst gar nicht einbezogen.

 

Auch die APA-Studie nennt Risikofaktoren für psychische Probleme nach einer Abtreibung:

  1. Wenn die Schwangerschaft gewünscht war
  2. Wenn die Frau sich unter Druck fühlt, eine Abtreibung vornehmen zu lassen
  3. Empfundene Ablehnung bezüglich Abtreibung vom Partner, Familie und/oder Freunden
  4. Mangel an wahrgenommener sozialer Unterstützung
  5. Bestimmte Persönlichkeitseigenschaften (niedriges Selbstbild, pessimistische Weltsicht, geringes Selbstwirksamkeitsgefühl)
  6. Psychische Probleme schon vor der Abtreibung
  7. Wenn Abtreibung von der Umgebung prinzipiell abgelehnt wird
  8. Gefühl, die Abtreibung geheim halten zu müssen
  9. Abtreibungsgegner vor der Klinik
  10. Wenn man versucht, Probleme durch Ignorieren und Vermeiden zu bewältigen  
  11. Bindung an das ungeborene Kind
  12. Ambivalenz bezüglich der Entscheidung zur Abtreibung
  13. Wenn man mit dem Thema Abtreibung grundsätzlich nicht gut zurecht kommt
  14. Vorangegangene Abtreibungen
  15. Spätabtreibung

Die Formulierung des Ergebnisses lautet dann aber erstaunlicherweise:

“[t]here is no credible evidence that a single elective abortion of an unwanted pregnancy in and of itself causes mental health problems for adult women.” 

“es lässt sich nicht mit Sicherheit nachweisen, dass eine einzelne Abtreibung einer unerwünschten Schwangerschaft an und für sich psychische Probleme bei erwachsenen Frauen verursacht.”

 

Risiko für die Mehrheit der Frauen

Man muss zwischen den Zeilen lesen. Zuerst einmal trifft zumindest einer der oben genannten Risikofaktoren auf die große Mehrheit der Frauen zu, die eine Abtreibung durchführen lassen wollen. Das postulierte geringe Risiko ist demnach nur bei einer Minderheit zu erwarten: bei erwachsenen Frauen, die nur eine einzige Abtreibung haben und sich dazu nicht gedrängt fühlen.

 

Eine Abtreibung kann dagegen selbst nach dieser Studie der APA dann zu psychischen Problemen führen, wenn sie nicht ganz überzeugt oder aus „therapeutischen“ Gründen erfolgt, bei jungen Frauen sowie bei Abtreibungen nach der 14. SSW bzw. wenn davor schon Abtreibungen vorgenommen worden waren.

 

Daneben gibt es eine sehr  große Zahl von Studien  – durchaus nicht nur von Abtreibungsgegnern – aus denen hervorgeht, dass Frauen und Männer nach einer Abtreibung sehr viel häufiger mit psychischen Problemen zu kämpfen haben als Frauen, die das Baby austragen, auch wenn die Schwangerschaft nicht geplant oder unerwünscht war.

 

Weiterlesen: Partnerschaftsprobleme nach einer Abtreibung

 

Quelle

Fergusson, D.M. et. al. (2008). Abortion and mental health disorders: evidence from a 30-year longitudinal study. The British Journal of Psychiatry 193 (6), 444-451.

PDF: https://www.cambridge.org/core/services/aop-cambridge-core/content/view/59A90CBF3A58C58B342CBCFFBBFEBD2E/S0007125000006334a.pdf/abortion_and_mental_health_disorders_evidence_from_a_30year_longitudinal_study.pdf (Abgerufen 10.07.2019)


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